Ich bin Fotograf, Filmdramaturg, Medienproduzent für Industrie und Institutionen, Gestalter von AV-Präsentationen und Eventdesigner.

 

Dass ich meine Sache gut machte, zeigen etliche Auszeichnungen – unter anderem erhielt ich State-of-the-Art-Awards und Awards of Excellence für außergewöhnliche Medien- bzw. Eventgestaltung sowie einen Deutschen Wirtschaftsfilmpreis.

 

Aber in einer Sekunde hat sich mein Leben komplett verändert.

 

 

Am Montag den 15. August 2011 um 00.00 Uhr wurde  ich Ohnmächtig.

 

03.15 Uhr

Im Krankenhaus Bremen Ost machte eine diensthabende Ärztin Telefongespräche,

sie sagte paar Male:

„Ich habe hier einen Patienten mit einer SAB, der dringendst Intensivstbetreuung braucht.“

Sie sagte meiner Frau: „... schwere Gehirnblutung ... mal darauf einstellen, dass er es nicht schafft.“

 

In Bremerhaven wurde ab 10.30 Uhr operiert.

Bis 18.25 Uhr dauerte es.

 

Ich hatte während der OP noch einen Schlaganfall.

 

Dienstag, 16. August 2011 um 16.00 Uhr

Dir. Oberarzt Müller:

„... falls Ihr Mann wach wird, also gegebenenfalls ...“

 

Ich lag 3 Wochen im Koma.

 

Dienstag, 6. September

Ich wurde nach Jesteburg - Waldklinik gebracht.

Das war die Fahrt, von der ich meinte, es ginge nach Frankreich!

 

Die Stationsärztin kommt und sagt an meinem Bett: „Tja, ob DAS wieder was wird mit der Lähmung...“ und ich (meine Frau) sah, wie meine Stimmung zusammenfällt.

 

Mittwoch, 7. September

Eine Sprachtherapeutin kommt zu mir ins Zimmer und macht einen Test, wie umfangreich meine Sprachstörungen sind.

Ich sollte z.B. auf das Fenster zeigen oder wo die Tür ist, aber ich hatte keine Ahnung, was sie meint.

Dann hält sie mir ihr Schlüsselbund hin und sagt, Ich sollte die Schlüssel nehmen.

Ich habe sie nur verständnislos angesehen. Nichts von dem, was sie fragte hat geklappt.

 

Freitag, 16. September

Angehörigen-Info zu Aphasie (die Sprachstörung).

Mir waren Fragen wie: „willst du Kaffee ODER Tee?“ zuviel.

Auch „zeig mir mal, was du willst“ ist eine Überforderung für das Gehirn und ging nicht.

 

Meine Frau versuchte mir klarzumachen dass Rebecca und Anna (meine Töchter) mich in den nächsten Tagen besuchen wollten.

Ich sagte „wer soll das denn sein?“

Meine Frau sagte: „Deine Töchter.“

Ich wollte nicht glauben, dass ich Kinder hatte.

„Du hast 5 Töchter“ Ich sagte „Quatsch“.

 

Am 06.11 bis 03.12. 2011 wurde ich nach Langförden – Aphasie-Zentrum – gebracht.

Ich konnte noch nicht Reden, nicht laufen, meine rechte Hand noch nicht bewegen.

Aber ich habe nicht aufgeben.

 

Im Jahre 2014 begriff ich langsam, dass ich kaum noch was kann wie früher.

 

Im nächsten Jahr hat mich meine Frau verlassen, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat, wie sich unser Leben verändert hatte.

 

Da war ich kurz davor aufzugeben.

 

Seit Anfang 2016 habe ich glücklicherweise erkannt:

Mein Leben hat wieder eine Zukunft!